Trunkenheit im Verkehr: Ab wann droht eine Strafanzeige?
Erfahren Sie, ab wann Trunkenheit im Verkehr zur Strafanzeige führt und welche Strafen drohen.
Trunkenheit im Verkehr: Ab wann droht eine Strafanzeige?
Die Trunkenheit im Verkehr ist ein ernstes Delikt, das sowohl im deutschen Recht als auch in der Gesellschaft strenge Konsequenzen nach sich zieht. Besonders in urbanen Zentren wie Hamburg, wo die Verkehrsdichte hoch ist und viele Menschen abends unterwegs sind, ist das Risiko, in eine Kontrolle zu geraten, erheblich. In diesem Artikel beleuchten wir die rechtlichen Grundlagen, die Abgrenzung zwischen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten und die möglichen Strafen, die Betroffene erwarten müssen.
Rechtsgrundlagen: Ordnungswidrigkeit oder Straftat?
Die Abgrenzung zwischen einer Ordnungswidrigkeit (OWi) und einer Straftat hängt entscheidend vom Blutalkoholgehalt (BAK) und dem Auftreten von Ausfallerscheinungen ab. Grundlegend sind hier die Regelungen des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) sowie des Strafgesetzbuches (StGB).
- Ordnungswidrigkeit (§ 24a StVG): Liegt der Blutalkoholgehalt zwischen 0,5 und 1,09 Promille und sind keine Ausfallerscheinungen wie Schlangenlinien, unsicheres Fahren oder ähnliche Verhaltensweisen zu beobachten, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Die Strafe beträgt in der Regel:
- Bußgeld: 500 Euro
- Punkte in Flensburg: 2 Punkte
- Führerscheinentzug für 1 Monat
- Straftat (§ 316 StGB): Ab einem Blutalkoholgehalt von 0,3 Promille in Verbindung mit Ausfallerscheinungen oder ab 1,1 Promille ohne Ausnahme wird es als Straftat gewertet. Die möglichen Strafen sind hier deutlich strenger:
- Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr
- Punkte in Flensburg: 3 Punkte
- Führerscheinentzug für mindestens 6 Monate
- Nach Ablauf der Sperrfrist kann eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet werden
Strafrechtliche Folgen und MPU
Bei einer Verurteilung wegen Trunkenheit im Verkehr können die Folgen erheblich sein. Die Geldstrafen sind abhängig von den persönlichen Verhältnissen des Täters, insbesondere vom Einkommen. Bei höheren Blutalkoholwerten droht auch eine Freiheitsstrafe. Zudem müssen Betroffene mit einem Führerscheinentzug rechnen, der in der Regel 6 Monate beträgt und in schwerwiegenden Fällen sogar länger sein kann.
Um die Fahrerlaubnis nach einer Entziehung zurückzuerhalten, ist häufig eine MPU erforderlich. Diese Untersuchung soll klären, ob der Betroffene in der Lage ist, sicher am Straßenverkehr teilzunehmen. Ein negatives Ergebnis kann die Rückgabe des Führerscheins erheblich verzögern.
Ablauf einer Kontrolle bei Trunkenheit im Verkehr
Bei einer Verkehrskontrolle, die aufgrund des Verdachts auf Trunkenheit durchgeführt wird, folgen die Beamten einem klaren Ablauf:
- Atemtest: Zunächst wird ein Atemalkoholtest durchgeführt. Liegt der Wert über 0,5 Promille, wird in der Regel eine Blutprobe angeordnet.
- Blutprobe: Diese wird in einer medizinischen Einrichtung durchgeführt und dient zur genauen Feststellung des Blutalkoholgehalts. Das Ergebnis dieser Probe ist entscheidend für die rechtlichen Konsequenzen.
In Hamburg ist vor allem die Polizei auf der Reeperbahn bekannt für regelmäßige Kontrollen, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden. Hierbei werden sowohl Autofahrer als auch Radfahrer überprüft, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Gefährdung des Straßenverkehrs nach § 315c StGB
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Gefährdung des Straßenverkehrs. Nach § 315c StGB macht sich strafbar, wer im Straßenverkehr durch das Fahren unter Alkoholeinfluss andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Dies kann auch bei einem Blutalkoholwert unter 1,1 Promille der Fall sein, sofern nachweisbare Ausfallerscheinungen vorliegen.
Die Strafe für eine solche Gefährdung kann eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe nach sich ziehen. Die Schwere der Tat wird durch die Umstände, wie etwa die Gefährdung anderer, bestimmt.
Fazit
Die Trunkenheit im Verkehr stellt eine erhebliche Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer dar. Die rechtlichen Konsequenzen sind sowohl für Ordnungswidrigkeiten als auch für Straftaten gravierend. Deshalb ist es ratsam, im Zweifelsfall auf das Fahren zu verzichten oder alternative Verkehrsmittel zu nutzen. Bei einem Vorfall sollten Sie sich schnellstmöglich juristisch beraten lassen, um Ihre Rechte zu wahren und die bestmögliche Verteidigung zu gewährleisten.
Wenn Sie aufgrund einer Trunkenheitsfahrt rechtliche Unterstützung benötigen, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wir helfen Ihnen gerne, Ihre Optionen zu klären und die nächsten Schritte zu besprechen.