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Verkehrsrechtsschutzversicherung: Lohnt sie sich?

Erfahren Sie, ob eine Verkehrsrechtsschutzversicherung für Sie sinnvoll ist, welche Leistungen sie bietet und welche Kosten auf Sie zukommen.

Verkehrsrechtsschutzversicherung: Lohnt sie sich?

Verkehrsrechtsschutzversicherung: Lohnt sie sich?

Die Verkehrsrechtsschutzversicherung ist für viele Autofahrer eine sinnvolle Absicherung. Doch lohnt sich der Abschluss einer solchen Versicherung wirklich? In diesem Ratgeber beleuchten wir den Leistungsumfang, die typischen Ausschlüsse, die zu erwartenden Kosten sowie die Selbstbeteiligung. Zudem vergleichen wir die Verkehrsrechtsschutzversicherung mit dem Rechtsschutz als Baustein der Privathaftpflicht.

Leistungsumfang der Verkehrsrechtsschutzversicherung

Verkehrsrechtsschutzversicherung: Lohnt sie sich? — Illustration

Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung deckt eine Vielzahl von rechtlichen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr ab. Die wichtigsten Leistungen sind:

  • Bußgeldverfahren: Die Versicherung übernimmt die Kosten für die Verteidigung, wenn Ihnen ein Bußgeld wegen Verkehrsverstößen droht. Dies kann beispielsweise Geschwindigkeitsüberschreitungen oder das Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis betreffen.
  • Strafverfahren: Bei strafrechtlichen Anklagen, die im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr stehen, etwa bei einem Unfall mit Personenschaden, werden die Kosten für Ihren Anwalt übernommen.
  • Zivilverfahren: Sollten Sie in einen Unfall verwickelt sein und Schadenersatzansprüche geltend machen oder abwehren müssen, schützt Sie die Versicherung vor den Kosten eines Rechtsstreits.
  • Vertragsstreitigkeiten: Auch Konflikte, die sich aus dem Kauf oder der Reparatur eines Fahrzeugs ergeben, sind abgedeckt. Das kann etwa die Auseinandersetzung mit der Werkstatt oder dem Autohändler betreffen.

Typische Ausschlüsse

Obwohl die Verkehrsrechtsschutzversicherung viele Vorteile bietet, gibt es einige Ausschlüsse, die Sie berücksichtigen sollten:

  • Vorsatz: Wenn Sie einen Schaden vorsätzlich herbeigeführt haben, greift der Versicherungsschutz nicht.
  • Bereits eingetretene Fälle: Schäden oder rechtliche Auseinandersetzungen, die bereits vor Abschluss der Versicherung bestanden, sind nicht abgedeckt.
  • Wartezeit: In der Regel müssen Sie eine Wartezeit von drei Monaten einhalten, bevor Sie Leistungen in Anspruch nehmen können. Dies gilt häufig auch für spezielle Leistungen.

Kosten und Selbstbeteiligung

Verkehrsrechtsschutzversicherung: Lohnt sie sich? — Illustration

Die Kosten für eine Verkehrsrechtsschutzversicherung variieren, liegen aber in der Regel zwischen 60 und 150 Euro pro Jahr. Diese Preise können je nach Anbieter, Leistungen und Region schwanken. In Hamburg sind die Preise tendenziell im oberen Bereich angesiedelt, da die Lebenshaltungskosten hier höher sind.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Selbstbeteiligung. In den meisten Verträgen müssen Sie im Schadensfall einen Eigenanteil von 150 bis 300 Euro leisten. Das bedeutet, dass die Versicherung erst ab einem bestimmten Betrag für die Kosten aufkommt. Dies kann je nach Vertrag unterschiedlich geregelt sein, weshalb ein genauer Blick in die Vertragsbedingungen ratsam ist.

Deckungszusage und wichtige Hinweise

Bevor die Versicherung Kosten übernimmt, benötigen Sie in der Regel eine Deckungszusage. Diese wird erteilt, wenn die Versicherung den Fall geprüft hat und zu dem Schluss kommt, dass die rechtlichen Auseinandersetzungen unter den Versicherungsschutz fallen. Diese Zusage ist wichtig, da nicht jede rechtliche Auseinandersetzung automatisch abgedeckt ist.

Ein entscheidender Punkt ist auch die Frage, ob sich die Kosten für die Versicherung im Ernstfall wirklich lohnen. Ein Beispiel: Ein Mandant aus Hamburg, der in einen Verkehrsunfall verwickelt war, musste aufgrund eines streitigen Schadensersatzanspruchs vor Gericht. Die Anwaltskosten beliefen sich auf über 1.000 Euro. In diesem Fall hätte sich die Versicherung bereits nach einem Jahr amortisiert, wenn man die jährlichen Beiträge berücksichtigt.

Vergleich mit Rechtsschutz als Baustein der Privathaftpflicht

Einige Privathaftpflichtversicherungen bieten mittlerweile auch eine erweiterte Rechtsschutzdeckung an. Dieser Baustein ist in der Regel günstiger als eine separate Verkehrsrechtsschutzversicherung, bietet jedoch meist einen geringeren Leistungsumfang. So sind beispielsweise häufig nur zivilrechtliche Streitigkeiten abgedeckt, während strafrechtliche Angelegenheiten oder spezifische Bußgeldverfahren nicht im Leistungskatalog enthalten sind. Hier ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse abzuwägen.

Für viele Autofahrer in Hamburg kann die Verkehrsrechtsschutzversicherung eine wertvolle Absicherung darstellen, insbesondere wenn man häufig am Straßenverkehr teilnimmt oder einen längeren Arbeitsweg hat. Die Kosten für die Versicherung sind im Vergleich zu den potenziellen rechtlichen Kosten überschaubar und können im Ernstfall erheblich helfen.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine Verkehrsrechtsschutzversicherung für Sie sinnvoll ist oder welche Leistungen für Ihre individuelle Situation am besten geeignet sind, zögern Sie nicht, sich anwaltlich beraten zu lassen. Eine fundierte rechtliche Einschätzung kann Ihnen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

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